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<b>Festliche Stimmung:</b> Der Posaunenchor begeisterte rund 150 Gäste in der Gernsheimer Kirche. <i>(Bilder: Haza-Foto)</i>
Posaunenchor in der Gernsheimer Kirche in Aktion

26.02.2014

"Da muss es untereinander stimmen"

Jubiläumsgottesdienst - 40 Jahre Evangelischer Posaunenchor am 23. Februar • von Birgit Weinmann

Gernsheim. Es war wie an einem hohen Feiertag, die Kirche war voll besetzt und kraftvoll tönten Posaunen und Trompeten zusammen mit der Orgel. Und gewissermaßen war das auch ein Feiertag, als der Evangelische Posaunenchor Gernsheim sein 40 jähriges Jubiläum am Sonntag im Rahmen eines Festgottesdienstes feierte. Viele geladene Gäste waren gekommen: der Gründer, Erich Freesemann, der in diesen Wochen seinen 80. Geburtstag feiert, Dekanatskantorin Gunhild Streit, Eberhard Petri vom Landesposaunenwerk (LPW), Bürgermeister Burger und natürlich ehemalige Chorleiter, wie Uwe Schließer und Kai Tragesser, sowie Mitglied der ersten Stunde wie Christian Reutzel. Vor allem aber war vielen Gemeindegliedern und Freunden des Chores dieser Jubiläumsgottesdienst ein wichtiger Kirchentermin, wie die vollbesetzte Kirche zeigte.

Pfarrer Christian Lechelt bei der Verlesung der Urkunde für die Einführung von Armin Stiller als neues Kirchenvorstandsmitglied
Pfarrer Lechelt im Talar und Armin Stiller
Rückblick auf jahrtausendelange Tradition der Posaunen

Pfarrer Christian Lechelt, der den Gottesdienst gestaltete, nahm in seiner Predigt Bezug auf die jahrtausende alte Präsenz von Posaunen im biblischen wie weltlichen Geschehen. Während die heutigen Posaunen und Trompeten überwiegend erklingen, um uns musikalisch zu bereichern, wurden die Trompeten der Frühzeit zum einen für festliche Anlässe eingesetzt – wie die öffentliche Ausrufung des Göttlichen beim Tempeldienst der Priester. DIe Posaunen erklangen vor allem im Krieg, „es wurde zum Angriff geblasen“. Doch am Sonntag ging es zwar festlich, aber nicht kriegerisch zu. Vor allem aber lebendig und frisch, wie es sich für einen „Vierziger“ gehören sollte.

Antje Müller porträtiert die Mitglieder des Posaunenchors in Versen
Antje Müller am Ambo
Gutes Einvernehmen spürbar

Die gute Atmosphäre der Chormitglieder untereinander war nicht nur aus dem musikalischen Zusammenspiel zu erkennen, sondern zeigte sich auch in der erfrischenden Vorstellung der einzelnen aktiven Chormitglieder von Antje Müller in Reim gefasst. „Der Hermann ist unser Dirigent, er alle unsere falschen Töne kennt“, leitete sie schwungvoll ein und skizzierte im Folgenden die Aufgabe einer jeden Bläserin und jeden Bläsers auf sehr persönliche und humorvolle Art. 80 Zusammenkünfte hatten die Chormitglieder alleine im vergangenen Jahr.

„Da muss es untereinander stimmen“, betonte Chormitglied Jens Adler. Er dankte vor allem auch denjenigen, die das im Hintergrund möglich machen, nämlich den Partnern und Familien, die es mittragen, dass Proben angesetzt sind, dass beispielsweise an Weihnachten mehrere Gottesdienste musikalisch gestaltet werden und vieles mehr.

Dekanatskantorin Gunhild Streit
Gunhild Streit am Ambo
Lob für vielfältiges Engagement

Dass der Evangelische Posaunenchor nicht nur bei kirchlichen Anlässen, sondern auch vielen weltlichen für die musikalische Bereicherung sorgt, betonte am Ende noch Bürgermeister Burger, der sich mit einem Präsent für die Arbeit Einsatz des Chores bedankte. Und auch der besondere Anteil des Chores im Rahmen der Ökumene blieb nicht unerwähnt. Dekanatskantorin Gunhild Streit dankte dem Evangelischen Posaunenchor – einem von 338 Chören in der EKHN – für sein Wirken und zeigte auf, dass gerade die Bläserchöre überwiegend ehrenamtlich geleitet würden und auch die Ausbildung der Jungbläser so in den Chören erfolge. So habe der Evangelische Posaunenchor 60 Bläserinnen und Bläser ausgebildet, dennoch sei der Stamm selten über 15 aktive Mitglieder gewachsen. Da kämpften die Gernsheimer Bläser mit den gleichen Problemen wie die anderen Chöre. Mit dem Schul- oder Ausbildungsende machten sich viele auf andere Wege und gingen so wieder verloren, zeigte Eberhard Petry vom Landespoasunenwerk auf.

Stehempfang mit Gaumenfreuden

Nach dem Festgottesdienst waren alle Gäste zu einem Stehempfang geladen, dieser hatten der Festausschuss der Kirchengemeinde mit den Gernsheimer Orgelpfeifen vorbereitet. Für diese besondere Unterstützung bedankte sich der Posaunenchor bei allen, die zum Gelingen beitrugen, sowie bei denen, die den Chor mit guten Wünschen und Geschenken bedachten, wie u.a. bei den evangelischen Kirchengemeinden Gernsheim und Allmendfeld, der Katholischen Kirchengemeinde St.Maria Magdalena, der Stadt Gernsheim, dem Posaunenchor Eltville, den Orgelpfeifen, dem ehemaligen Chorkollegen Giovanni de Villa und der Dekanatskantorin Frau Streit, sowie Herrn Petri vom Posaunenwerk.

Besonderer Dank ergeht noch an Ina Burger für das Zusammenspiel an der Orgel, Frank Andres für die Bilddokumentation des Jubiläums und Pfarrer Christian Lechelt für die feierliche Gestaltung des Festgottesdienstes sowie an all die hier unerwähnten Gäste, die dem Chor durch ihre Anwesenheit und ihren Applaus ihre Anerkennung zollten.

Ludwig Hamm (li.) und Jens Adler
Ludwig Hamm und Jens Adler
Ehrungen für jahrzehntelanges Musizieren

Eberhard Petry vom Landesposaunenwerk ehrte langjährige Bläser des Evangelischen Posaunenchores Gernsheim. Allen voran Gründungsmitglied Ludwig Hamm „für 63 Jahre musikalischen Dienst an der Posaune und 18 Jahre Chorleitung“, ihm hatten auch die Chormitglieder bereits besonderen Dank und Anerkennung gezollt. Seit 39 Jahren ist Hermann Melder dabei, davon rund zehn Jahre als Leiter. Für 30 Jahre und fünf Jahre Leitertätigkeit nahm Kai Tragesser die Ehrung entgegen und für 25 Jahre wurde Jens Adler gewürdigt. Die weiteren aktiven Bläserinnen und Bläser, Robert und Jören Kissel, Claus Munstein, Antje Müller, Patrick Strosche, Clemens Tischner, Sven Weinmann und Annette Weiß erhielten zwar keine Ehrung, dennoch blieb nicht unerwähnt, dass alle zwischen elf und 20 Jahren zur Ehre Gottes musizieren. (bw)